Okt. 2018: Aktuelle Ausstellung

EPKOT – Experimental Prototype Killers of Tomorrow
Kunsthalle Mannheim, 12. Oktober 2018 – 3. Februar 2019;

Eröffnung: 11. Oktober 2018, 19 Uhr

 

Im Rahmen der Ausstellung Konstruktion der Welt: Kunst und Ökonomie – 1919-1939 und 2008-2018

As part of Constructing the World: Art and Economy – 1919-1939 and 2008-2018

10/12/18 to 02/03/19

Opening: 11 October 2018, 7 pm

Kuratiert von Sebastian Baden

Inhalt

Sechs sprechende Roboter-Hunde leben in dem Maschinen-Zoo EPKOT. Ihr Käfig ist klinisch sauber und strahlend hell. Es gibt keine Gitter. Sie sind rundum von Video-Wänden umgeben. Sogar die Sterne am Himmel sind bloß Pixel. Der Bildschirm ist die Grenze ihrer Welt. Was draußen vor sich geht: darüber wissen sie nur, was im Internet steht. Wenn Zuschauer herein kommen, um sie zu besuchen, erzählen sie ihnen von ihrem Job, von den Regeln, nach denen sie arbeiten. Sie sind Killer-Roboter und finden das völlig normal.
Wie im gleichnamigen Disney-Land geht es in EPKOT um unser Leben in der nahen Zukunft. Im smarten Erlebnispark der deutschen Künstlergruppe gehört das Töten zum Alltag. Mitleid ist eine unbekannte Einstellung. Ein Fehler im Algorithmus. Selbstverliebt gleichen die Maschinen ihre „kill-lists“ ab, loben die Konzerne, die sie hergestellt haben und zählen ihre Fans auf Facebook.
EPKOT zeichnet ein ironisches, aber nicht realitätsfernes Bild Europas im Jahr 2019. Das Forschungs- Programm TALOS hat einigen geländegängigen Roboterfahrzeugen der Schengener Grenzschutztruppen eine gefährliche Form von Intelligenz beigebracht. Mit Software werden die potenten Mini-Panzer dazu abgerichtet, in Meuten-Formation Menschen zu hetzen. Autonome Flugmaschinen steuern die Roboter- Hunde: Drohnen mit vielsagenden Namen wie „Sensenmann“ (reaper) oder „Raubtier“ (predator). Alles dient der Sicherheit in der „Festung“. Die Wirtschaft freut sich über den enormen Umsatz. Man spricht bereits von einer „Migrationsindustrie“. Niemand, so scheint es, hat etwas einzuwenden. Denn, so das Versprechen: nur mit Hilfe von Hochtechnologie kann der „Tsunami der Einwanderung“ gestoppt werden.

EPKOT klingt wie Science Fiction. Doch der Text beruht ausschliesslich auf realisierten Projekten, gefördert aus dem milliardenschweren EU-Rahmenprogramm 7, Säule „Sicherheit“ und seinen aktuellen Nachfolgeprogrammen. Alle im Stück verwendeten Namen von Robotern und Drohnen sind authentisch. Viele von ihnen gehören zu den „Rapid Border Intervention Teams“, kurz: RABIT („Hase“). Alle beschriebenen Maschinen sind einsatzbereit, siehe beispielsweise hier.
Hier eine Liste der Hersteller

Content:

Six robodogs live in the machine zoo EPKOT. Their cage is clinically clean and bright. There are no meshes. They are surrounded by videowalls. Even the stars in the sky are just pixels. The screen is the border of their world. When spectators enter to visit them, they tell them about their job. They are killer robots.

As in the eponymous Disney Land, EPKOT is about our lives in the near future. In the smart adventure park of the German artist group, putting someone to death is part of everyday life. Pity is an unknown attitude. An error in their algorithms. narcissistically the machines make up their „kill-lists“, praise the corporations that made them and count their fans on Facebook.

EPKOT paints an ironic but not unrealistic picture of Europe in the year 2019. The research program TALOS has taught some cross-country robotic vehicles a dangerous form of intelligence. With software, the potent mini-tanks are trained to hunt down people like a pack of predators. Autonomous flying machines control the robot dogs: Drones with meaningful names like „reaper“ or „hunter“. As said in an open letter by AI & Robotics Researchers: „If any major military power pushes ahead with AI weapon development, a global arms race is virtually inevitable, and the endpoint of this technological trajectory is obvious: autonomous weapons will become the Kalashnikovs of tomorrow.“

Information:

ICRAC – international Committee for Robot Arms Control

Campaign to stop killerrobots

mit Unterstützung von / sponsored by

Faytech – Der Touchscreen-Spezialist, Shenzhen

battery-direct GmbH & Co. KG, Bad Schoenborn

Medientechnik Hannover